| Zur Hochzeit (I) (weiter unten: Datei zum Ausdrucken) gute
Freunde und Bekannte Onkel,
Opa, Schwager, Tante, die
sich zu dem Hochzeitsfeste hier
nach Edenland begaben, und
nun alle Hunger haben. Keine
Angst, es wird nicht lang, was
ich hier noch sagen will. Eine
paar Worte, `fang gleich an. Liebe
Kinder, seid kurz still. Ein
Blick zurück in längst vergangne Tage der
birgt viel Wehmut, keine Frage. Den
Ludwig kenn ich lange schon, denn
Edenland war meine zweite Heimat. nun
ist ist er d´ran, der einzige Sohn -
Zeit wird´s, dass er endlich heirat. Zu
Ludwigs Werdegang, sag
ich nun ein paar Worte, es
ist ein halbes Leben lang, seitdem
ich kenne all die Orte an
denen wir als Kinder waren, in
jungen wie in später´n Jahren. Am
Hof spielt Ludwigs erste Zeit, im
Kindergarten war er nicht. die
Schule hat ihn nicht gefreut, jedoch,
er tat schon seine Pflicht. Als
and´re noch mit Autos spielten, da
hatte Ludwig seine Hasen, mal
einen Schafbock, dann ein Schweinchen, und
samstags mäht er Rasen. Und
weil ihm Arbeit Freude macht, hat
er´s bald zu Geld gebracht Bulldogfahren
konnte er schon früh, drum
fehlte er beim Hopfenzupfen nie. Das
Geld tat Ludwig oftmals spar´n, und
kauft sich später einen „Karrn“: ein
Moped für den jungen Herrn, an
das erinnert man sich gern. Bleibt
etwas Zeit den Abend ´rein, dann
geht es über Stock und Stein, in
den Wald, hinter zum Weiher, da
baut bereits der junge Kreitmeier. Des
Ludwigs Freunde reichen weit. Mit
ihm verbringt man gerne Zeit. Da
Lackerbauer Sepp, und I und da Rul vo´ Schwendt. An „Lugge“
hat a jeder kennt. Doch
der Ernst des Lebens holt ihn ein. Schule
und Lehre müssen sein. BGJ-Winterschule
und Geselle, das
alles geht nicht auf die Schnelle. Doch
mit den Jahren, das beweist er, wird
aus dem Ludwig bald ein Meister. Ein
Meister, der den Hof verdient, der
Senior tut, was sich geziehmt. Im
Jahr 2000 gibt man über, gewartet
hätt´ man noch viel lieber! Es
folgen Bauten, Hallen, Ställe für die Sau, doch
was noch fehlt, ist eine Frau. Doch
anstatt endlich mal zu suchen, tut
Ludwig lieber Reisen buchen. Nach
Rab, Italien und nach Lourdes. es
zieht ihn in die Ferne furt. Nur
Samstags meist, da geht er aus, zum
Eberl, Holmer oder früher auch zum Daus. Später
noch zum Peter Pan, ins Halli Galli. Ludwig,
du wirst älter: dalli dalli! Doch
dieser lässt sich gerne Zeit, ist
lieber für die Feuerwehr bereit. Pfarrgemeinderat,
Burschenverein, Mensch
Ludwig, lass das endlich sein! Marianische
Männerkongregation? Jetzt
rette du ihn, Marion! Die
Bitte wurde bald erhört, dass
nicht der Ludwig vierzig werd´, bevor
er jemand findet, an
den er sich dann endlich bindet. Auf
Marion fiel des Schicksals Zeiger, doch
weiß ich hier nicht recht viel weiter. Sie
kommt aus Sandelzhausen, einem Ort, so
15 Meilen von hier fort. Und
wer die Dame näher kennt: bei
der BMW ist sie Disponent. Und
sonst - der Onkel drängt - was sie noch kann? Ein
Glück, sie kann mit m´ Bulldog fahr´n. Und
außerdem ist sie jung an Jahren, was
kann einem besseres widerfahren? Es
war der Geburtag unsres „Luck“, da
tat das Schicksal einen Ruck. Per
Zufall sah´n sich da die beiden, und
konnten sich auch halbwegs leiden. Ein
wenig später – (dalli, dalli!), da
traf man sich im Halli Galli, in
einer Disco, die so heißt, weil
es dort „abgeht“ allzumeist. Dem
Tanzen folgt ein Pizzaessen, nach
dem sich beide nicht vergessen. Dann
Burschenball, Geburtstagsfeier, man
kommt sich näher…. die alte Leier. (Bei
alldem ward mir aufgetragen, auch
einer Roswitha Dank zu sagen. Was
mag sie auch geholfen haben - ihr
beide müsst euch jetzt ertragen!) Und
heute ist erst erster Tag, wer
weiß was das Leben noch bringen mag. Bevor
ich schließe, noch ein Blick auf
„unsern Sellmerhof“ zurück. Es
trifft die Onkeln und die Tanten, doch
auch die weiteren Verwandten, die
oft und gerne kehrten ein: ins
Haus der Vaters, Opas, Bruders heim. Wer
dort geboren, groß geworden ist, der
hat dies´ Stückchen Heimat oft vermisst. Kehrt
gern zurück zum Ursprung seiner Tage, ein
Ort der Erinnerung, keine Frage. Wenn
ihr erlaubt, wir kommen wieder, gern als Gast, und
werden dabei nicht zur Last! Für
euch soll dieser Ort zum Segen werden, für
euer Wohl, solang ihr lebt auf Erden. Mit
diesem Tag beginnt der erste Schritt, nehmt
unsre besten Wünsche dabei mit. Mit
diesen Worten lass´ ich es bewenden, So
lasst mich nun in Gottes Namen enden, liebes
Brautpaar, liebe Gäste und Verwandte, und
wen ich bisher noch nicht kannte. Auf
euren und des Brautpaars Wegen, wünsch ich allzeit viel Glück und Segen! |
Zur
Hochzeit (II) Liebes
Brautpaar, liebe Gäst', schon
wieder ist ein Hochzeitsfest, zu feiern
hier in Edenland, beim Wirt,
der uns schon wohlbekannt. Grad´ vier
Wochen ist es her, dass so
mancher hier gesessen, gut
getrunken und gegessen, Kaffee, Wein
und vieles mehr. Vier Wochen
lang herrscht Marion über Luck
und Ludwig schon, hat die
Sache gut begonnen, und unser
aller Herz gewonnen. Nun
verlässt das letzte Kind, aus dem
Sellmerhof geschwind das warme
elterliche Nest und hängt
sich woanders fest. Von Matina
ist die Rede, - Ludwigs
jüngster kleiner Schwester - nun ein
Wort zu ihrem Leben, ich will
euch kurz Auskunft geben. Geboren
neunzehnsechsundsiebzig kam sie
sechs Wochen zu früh, war als
Kind schon immer wepsig, viel Geduld
braucht man… und viele Müh´. Gottseidank
war Ludwig stets zur Stelle. Wenn die
Tina wieder bockt, eilt er her
in großer Schnelle, wenn sie in
der Ecke hockt. Ein
Lichtblick war der Kindergarten, wohin sie gern
gegangen ist, will mit
dem Lesen gar nicht warten, denn - damit
ihr's wisst - sie will
die Fernsehzeitung lesen, das ist
ihre Absicht g´wesen! Wo ein Weg,
da war ein Wille. Denn
Martina war recht stur, bald schon
braucht sie eine Brille, wegn´m
Fernschau´n rund um die Uhr! Damit ist
jedoch bald Schluss, als sie zu
den Ursulinen muss. Man sieht,
welch Glück sie dennoch hat: erpart
bleibt ihr das Internat. Wie sie
lernt, oh, fragt nicht nicht nach! Physik -
Chemie? Mit Ach und Krach! Im
Rechnungswesen fasst sie Mut, da war die
Leistung ziemlich gut! Bei
Hausaufgaben streikt die Göre, sie will
nicht auf die Lehrer hören, Doch Rita
stand hier allzeit mit ihre
Hilfe stets bereit. Und so
gelingt mit aller Kraft, dass sie
die Schule halbwegs schaft. Danach -
das ist so manchem nicht geheuer, da dreht
sich ihre Arbeit um die Steuer. Wenn wir
von Steuer g´rade reden, dann kommt
das Steuerrad mir jetzt gelegen. Wir fangen
mit dem Bulldog an, den Tina
nicht recht fahren kann. Ein Trauma
aus der Kindheit Tage ist schuld
daran, gar keine Frage. An einem
Silo ist sie angefahren, als Kind
einmal, in jungen Jahren. Der Schreck
war groß, da Luck hat plärrt, und ´s
Bulldogfahrn hat´s a aufg' hört. Für´s
Autofahrn der Führerschein, der sollte
auch nicht einfach sein, er kostete
gar viele Stunden, und sicher
manche Extra-Runden. Im Urlaub
geht es in die Ferne, Martina
reist durchaus recht gerne. Mallorca,
Wien, Ägyten, Rügen, nach Rom
tut sie mit Rita fliegen. Mit ihrer
Freundin Claudia, nach
Griechenland und Madeira. AIDA -
Kreuzfahrfahrt, und oho, mit Erwin
bald nach Mexiko! Bald ist
der Erwin an der Reihe, doch erst
kommt eine Fahneneweihe. Um 97, hier
in Edenland, war eine
Festdame bekannt, die
Kreitmeier Martina hieß.... und Jahre später
nach Schmatzhausen stieß. Dort haben
beide sich gefunden, hier
starten ihrer beider Stunden. Es war so
um 2002, in der
Schmatzhaus´ner Fahnenweih´. Danach
vergehen gut zwei Jahr, was wohl
ein Test für beide war; sie war´n
sich dann noch recht gewogen, so ist
Martina umgezogen. Nach
Eulenbach, wo wir schon waren, da leben
sie seit ein paar Jahren. Sie sind
dabei nicht ganz allein, ein Kater
und ein paar Entelein bewohnen
Hof und Haus - das baut
der Erwin grade aus. Denn dieser
hat zum Glück ein großes
handwerkliches G'schick. Als
Schreiner hat er einst begonnen, - ein
Schreibtisch als Gesellenstück - und dann
den Weg zur BMW genommen. Dazwischen
kam die Bundeswehr, gleich hier
beim Rottenburger Militär. Als er noch
jung gewesen war, da hatte er
lockiges Haar, nicht so
wie jetzt, der kurze Flaum, die Haare
waren alle braun. Doch besser
wenig Haar als lauter Grau aufgrund
einer boshaften Frau! Den Erwin
zieht man gerne zu Rate, als
Fahnenträger, als Taufpate. In einem
Ortsverein war er bekannt, den man die
"Wasserreserve" g´nannt. Ein
Schmuckstück einst an diesem Ort, war sein
goldfarbener Escort. Doch das
war vor vieler Jahr. Ein neues
Schmuckstück ist jetzt da. Martina
wird nun Einzug halten und an sich
nehmen die Gewalten. Drum,
Erwin, hab gut Acht, was die
Frau Brunner da so macht. Seit
letztem Jahr heißt sie schon so, und du
natürlich sowieso. Ihr habt
euch beide wohl erprobt, und heute
"Lebenslänglich" ausgelobt! Für diesen
langen Weg ins Leben, da wünschen
wir euch Glück und Segen. Ihr sollt
euch gegenseitig tragen, in guten
wie in schlechten Tagen. Der vielen
Tage allerbeste, ist jedoch
heut, an euerm Feste. Drum
wünsch´ ich nun der frohen Runde noch manche
frohe Stunde. Auch wenn
wir abends auseinander geh´n, so werden
wir uns doch bald wiedersehn. Ein froher
Anlass, der ist schnell gegeben, ein runder
Geburtstag, ein neues Leben. Für heute
will ich Ruhe geben, dem
Brautpaar wünsch´ ich Glück und Segen! |
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Last updated July 30th
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